Unser einzigartiges Immunsystem

Unser Immunsystem auf körperlicher Ebene ist ein hochkomplexes Gebilde, das zum einen aus der unspezifischen und zum anderen aus der spezifischen Immunabwehr besteht, die jeweils eine zelluläre und eine humorale Abwehr aufweisen. Zur unspezifischen Immunabwehr gehört außerdem das Fieber, denn bei einer Körpertemperatur zwischen 38 und 41 Grad steigt die Aktivität der Abwehrzellen deutlich an, weshalb der Einsatz fiebersenkender Arzneimittel es dem Körper zunächst einmal erschwert, sich gegen die Eindringlinge wie Viren oder Bakterien auf natürliche Weise zur Wehr zu setzen. Denn gerade diese unspezifische Immunabwehr ist in der aktuellen Coronakrise diejenige, deren Stärkung wir benötigen, um uns gut gegen die neuartigen Viren zu wappnen, gegen die es noch keine Impfung gibt und wir noch keine Antikörper entwickeln konnten im Rahmen unserer spezifischen Immunabwehr.

Immunabwehr unterstützen aus ganzheitlicher Sicht

Doch wie können wir nun genau diesen Teil unserer Immunabwehr stärken, der auch eng mit unserem psychischen Immunsystem verknüpft ist, das sich in Form unserer seelischen Widerstandsfähigkeit zeigt?

„Je weniger ich in meinem Körper präsent bin, je weniger er in diesem Sinne ganz von mir durchdrungen ist, desto leichter kann sich die Infektion im Körper ausbreiten und desto schwerwiegender können die Folgen sein“

schreibt der anthroposophische Arzt und Leiter der Medizinischen Sektion am Goetheanum, Georg Soldner.Es geht also darum, dass wir regelmäßig mit der Kraft unseres Bewusstseins Licht in jeden Bereich unseres Körpers bringen, zum Beispiel durch eine langsame Körperreise oder einen Body Scan. Auch eine liebevolle Massage des ganzen Körpers mit einem durchwärmenden Öl (z.B. morgens mit Rosmarin oder Zitrone und abends mit Lavendel) kann hier hilfreich sein. Denn dann entwickelt sich zunehmend Wärme, die sich im ganzen Körper ausbreitet – sie hat mit unserem Blut zu tun, der urindividuellen Substanz eines jeden von uns, die unser Ich auf physischer Ebene ausmacht. Doch auch die von außen erlebbare Wärme durchs Sonnenlicht ist in diesen Tagen besonders wichtig und stärkend für uns, denn die Substitution von Vitamin D kann nicht vollständig die Wirkung der Sonne auf unser Immunsystem ersetzen. Gerade im März wirkt sich der über den Winter lange aufgebaute Mangel von Sonnenlicht am stärksten aus, weshalb ein tägliches Sonnetanken in der Mittagszeit jetzt sehr stärkend wirkt – am besten in Verbindung mit durchwärmender Eigenbewegung wie beim Walken, Joggen, Radfahren oder Spazierengehen, wobei wir immer wieder darauf achten können, gut und tief durchzuatmen.

Körperliches Immunsystem anregen

Weitere Möglichkeiten, auf körperlicher Ebene die Immunkraft zu stärken, liegen zunächst einmal in einer gesunden Lebensführung, die ausreichend Schlaf von mind. 6 Stunden beinhaltet, eine rhythmische Tagesgestaltung, den Verzicht auf Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten und natürlich gesunde, frische und biologische Nahrungsmittel sowie eine deutliche Reduzierung von Süßungsmitteln, vor allem Industriezucker, weil er die Abwehrkraft schwächt. Stattdessen dürfen jetzt vermehrt bittere Nahrungsmittel wie Chicoree, Radiccio oder Endiviensalat, Löwenzahnsprossen und auch andere Wildkräuter auf dem Speiseplan stehen oder als Tee getrunken werden, denn die darin enthaltenen Bitterstoffe unterstützen nicht nur unsere Verdauung und über ein gesundes Darmmikrobiom auch unser Immunsystem, sondern sie kräftigen auch die Immunabwehr in den Bronchien. Außerdem lässt sich durch regelmäßiges sanftes Klopfen mit den Fingerspitzen auf die Mitte des Brustbeins, für etwa eine Minute, die Thymusdrüse aktivieren und in ihrer Funktion für unsere Immunabwehr unterstützen.

Kraft der Heilpflanzen für unsere Lebensenergie

Darüber hinaus können wir präventiv auch antiviral wirkende Heilpflanzentees trinken, beispielsweise Griechischen Bergtee (Sideritis Scardica), Zistrose (Cystus incanus), Thymian (Thymus vulgaris), Zitronenmelisse (Melissa officinalis), Salbei (Salvia officinalis) oder Einjährigen Beifuss (Artemisia annua) sowie natürlich Ingwer-Zitronentee, der zusätzlich durchwärmt und durchlichtet. Auch als Brustwickel kann die Zitrone entkrampfend und beruhigend bei Husten wirken sowie das Organ der Lunge präventiv durchlichten und durchlüften. Ebenso können anthroposophische Arzneimittel zur Prävention eingesetzt werden, so stärkt zum Beispiel eine morgendliche Eisengabe die Abwehr (10 Globuli Ferrum silicicum comp. oder Meteoreisen, alternativ Schüsslersalz Nr. 3 Ferrum phosphoricum D6) und ein abendlicher Einsatz eines Präparates mit Echinacea (z.B. Echinacea Mund- und Rachenspray oder Echinacea/Argentum) kann das Eindringen von Viren in die Schleimhäute hemmen. In unserem eigenen Umfeld können wir auch antiviral wirkende ätherische Öle im Diffusor vernebeln wie beispielsweise Ravintsara (Cinnamomum camphora L.), Eukalyptus und Zitrone.

Seelische Widerstandsfähigkeit stärken

Auf seelischer Ebene geht es darum, sich immer wieder mit der inneren Herzensruhe und Gelassenheit zu verbinden und so der allgemeinen Verängstigung und Panik im Außen etwas entgegen zu setzen. Denn seelische Anspannung und Angst schwächen unsere immunologischen Funktionen, führen zu erhöhter Infektanfälligkeit und können deshalb sogar zur Erkrankungsausbreitung beitragen. Wir schützen und stärken damit also nicht nur uns selbst, sondern tun auch etwas für die Allgemeinheit, wenn wir für unsere eigene positive seelische Stimmung sorgen und sie an unser Umfeld weitergeben. Auch die Frage danach, wer jetzt unsere Hilfe gebrauchen könnte, wenn wir uns stark genug dafür fühlen, stärkt unsere Initiativkraft und wirkt sich bis in unsere Immunabwehr aus. Gleichzeitig dürfen wir uns immer wieder zwischendurch ausruhen, wenn Zeit für die Verarbeitung und Verdauung von Ereignissen benötigt wird. Bei Nervosität, Unruhe und Schwierigkeiten, abends in den Schlaf zu finden, kann zum Beispiel eine Einschlafmeditation helfen und ein Salbenlappen mit Aurum/Lavandula comp., der auf die Herzregion aufgelegt wird und ruhig über Nacht dort bleiben kann.

Geistige Kraft in uns finden

Genauso wichtig ist es, dass wir jetzt regelmäßig unseren Geist stärken, zum Beispiel durch Meditation, bei der wir Kontakt zu unserem Herzen aufnehmen, unsere Aufmerksamkeit in unsere Mitte und uns in Kohärenz bringen. Auch können wir unsere Begeisterungsfähigkeit anregen, indem wir uns jeden Tag mindestens eine Zeit lang etwas zuwenden, für das wir wirklich brennen, was uns auch innerlich durchlichtet und durchwärmt. Und wir können uns inspirieren lassen und andere inspirieren, so viel es uns möglich ist, denn so stärken wir das lichtvolle geistige Prinzip und unsere innere positive Kraft. Auch hilft es uns jetzt, wenn wir unsere Phantasiekräfte, also unsere Fähigkeit in Bildern zu denken und uns Dinge vorzustellen, ganz bewusst immer wieder auf das lenken, was wir uns gerade für uns und die Welt wünschen und nicht auf Negatives, das passieren könnte.

Wer sich hierbei eine Wegbegleitung wünscht, dem biete ich sehr gerne meine Unterstützung auf allen Ebenen an!